Dienstag, 21. August 2018

Fermentieren - Der neue Slow Food-Trend [Rezension/Werbung]

Fermentieren gehört eindeutig zu den Slow Food-Trends. Im vergangenen Herbst habe ich bereits Sauerkraut angesetzt. Das Rezept habe ich aus einem Kochbuch für deutsche Küche. Doch leider gab es dort nicht wirklich viele Infos zur Herstellung, Lagerung und Haltbarkeit. Ein Überblick über Milchsäure und Gärung fehlte mir. Daher kam das Buch "Einfach fermentieren" gerade recht. Es liegt bereits seit einem Jahr auf meinem Schreibtisch und fristete sein Dasein. Nun will ich es euch aber endlich vorstellen und verraten, was ich daraus für meinen Alltag mitgenommen habe.


Kurz zum Inhalt von "Einfach fermentieren" von Anette Sabersky


"Fermentierte Lebensmittel sind echte Superfoods: Gemüse, Milch, Brot und Co., die mithilfe von Bakterien verwandelt werden, sind aromatischer, nährstoffreicher, besser bekömmlich und helfen sogar beim Abnehmen. Ernährungsexpertin Annette Sabersky zeigt in einfachen Schritten, wie das Fermentieren funktioniert, gibt Tipps zum Gelingen und Einkaufshilfen für alle, die keine Zeit zum Selbermachen haben." (Quelle: Klapptentext)

Meine Meinung zum Buch


Autorin Annette Sabersky ist ein großer Fan von "Fermentos". Und nicht nur sie: Diese traditionelle Technik wird gerade neu entdeckt und ist quasi in aller Munde. Beim Fermentieren werden Lebensmittel mit Hilfe von Bakterien, Pilzen oder Enzymen umgewandelt. Durch diesen Prozess werden sie haltbarer, genießbar und sogar bekömmlicher. Sabersky gibt in "Einfach Fermentieren" nicht nur einen umfassenden Einblick in diese Technik, sondern zeigt auch, wie man selber Fermentos ansetzen kann. Sauerkraut, Kimchi, Joghurt, Kefir, Roggenbrot, Holunderblütensekt und Kombucha sollen mit den Rezepten im Buch auch Anfängern gelingen.

Wer in diesem Buch Bilder sucht, wird leider enttäuscht. Es ist ein reiner Wissensspeicher und verzichtet vollkommen auf Grafiken und Co. Das braucht es aber auch gar nicht: Immerhin steckt es voller Fakten. Das Buch gliedert sich in fünf Kapitel. Zunächst gibt es einen Einblick in die Welt der Fermento-Lebensmittel. Danach geht die Autorin auf die gesundheitlichen Vorteile fermentierter Lebensmittel ein. Wer nicht selbst fermentieren will, bekommt im dritten Abschnitt Tipps für den Einkauf an die Hand. Abschließend erklärt Sabersky, wie das Fermento-Prinzip im Detail funktioniert und teilt einige Basic-Rezepte mit ihren Lesern. Alles ist leicht verständlich geschrieben und teilweise mit Studie unterlegt.

Mir hat es besonders Sauerteig angetan. Eigentlich zähle ich mich nicht zu den Brotessern. Statt nach Feierabend eine Scheibe Brot mit Käse zu essen, stelle ich mich lieber in die Küche und koche mir noch etwas. Brot vom Bäcker oder aus Backshops hat meist leider nur noch wenig mit dem traditionellen Handwerk zu tun. Im Großteil kommen Backmischungen zum Einsatz, bei denen der Teig mit Hilfe von Hefe schnell aufgehen soll. Doch dabei bleibt leider das Aroma auf der Strecke, was durch Zusatzstoffe wieder reingebracht werden soll. Darauf habe ich absolut keinen Appetit.

Doch dann hat meine Mutter selbst gebackenes Sauerteig-Brot ohne den Zusatz von Hefe mitgebracht. Und ich muss sagen: Einfach lecker! Ein Brot selbstzubacken ist zwar mit einem zeitlichen Aufwand verbunden, dafür erhält man dann aber auch ein Brot mit vielen Ballaststoffen, welches lange satt macht, den Blutzuckerspiegel im Gleichgewicht hält und die Verdauung in Schwung bringt. Übrigens soll Gluten nach einer Gehzeit von 24 Stunden sogar fast komplett aufgebraucht sein. Für Menschen mit Unverträglichkeiten ideal.


Seit ein paar Wochen backe ich also jede Woche mein eigenes Sauerteigbrot, welches ausschließlich aus Roggenvollkornmehl, Wasser, ein bisschen Salz und Gewürzen besteht. Allerdings habe ich meinen Sauerteig anders als im Buch erklärt angesetzt. Ich habe nämlich keine Hefe verwendet (finde ich irgendwie unsinnig), sondern habe von meiner Mutter ein bisschen Sauerteig bekommen. Mein Brot-Rezept findet ihr hier. Als nächstes probiere ich den Holunderblütensekt aus. Dafür muss ich allerdings noch bis zum Frühling warten.

Fazit: Für Anfänger genau das richtige Buch, um das Prinzip des Fermentierens zu verstehen und mit den ersten Rezepten durchzustarten.

Das Buch bekommt von mir fünf von fünf Bewertungsvögelchen.





Titel: "Einfach fermentieren"
Autor: Anette Sabersky
Verlag: Heyne
Seiten: 256
Preis: 9,99 Euro
ISBN: 978-3-453-60400-1

Habt ihr schon mal Sauerkraut, Sauerteigbrot oder Joghurt selbst gemacht?









Das Buch wurde mir kostenlos durch den Verlag zur Verfügung gestellt. Die Rezension spiegelt jedoch meine persönliche Meinung wieder.