Dienstag, 12. Juni 2018

Mein erstes Bullet Journal [Rezension]

Ich liebe Listen! Egal ob stupide Einkaufslisten, To-Do-Listen, endlose Nählisten oder unrealisierbare Muss-ich-unbedingt-mal-machen-Listen. Ich sammle sämtliche Geistesblitze, Einfälle und Ideen auf irgendwelchen Zetteln oder in meiner Notiz-App. So viele Listen und so wenig Zeit! Deswegen liebäugle ich vermutlich auch seit geraumer Zeit mit dem Bullet-Journal-Trend. Immerhin verfolgt er mich überall: Egal ob auf Instagram oder bei meinen Lieblingsbloggern. Bullet Journals sind einfach überall. Doch wie fange ich an? Was schreibe ich überhaupt alles rein? Und vor allem: Hilft mir so ein Bullet Journal wirklich dabei, mich besser zu organisieren und alle Aufgaben, die ich geplant habe, auch auszuführen? Oder verzettel ich mich mit einem selbst gestaltetem Notizbuch-Kalender genauso, wie auf meinen zahlreichen digitalen und analogen Listen? Jasmin Arensmeier gibt mit ihrem Buch "Gestalte dein Journal" Starthilfe.


Kurz zum Inhalt von "Gestalte dein Journal mit der Bullet-Methode" von Jasmin Arensmeier


"Wer einen individuellen und kreativen Planer will, greift jetzt zum Stift. Journaling heißt die sensationelle Methode, mit der man nicht nur alle Termine und To-dos im Blick hat, sondern auch Gedanken und Ideen festhält. So werden aus Tagträumen und guten Vorsätzen konkrete Ziele, die man Schritt für Schritt in die Tat umsetzt - sei es eine gesündere Ernährung, die Karriereplanung oder das große und kleine Glück. Dieses Buch zeigt mit inspirierenden Bildern und vielen Vorlagen, wie man das Journal aufsetzt, seinen eigenen Stil findet und mit Handlettering und Co. einen ganz persönlichen Begleiter entstehen lässt." (Quelle: Klappentext)

Meine Meinung zum Buch


"Ich plane meine Woche, denn das ist mein kleines Ritual geworden. Jeden Sonntag, parallel zum 'Tatort' mit einer Tasse Tee, unnötig vielen Kleinigkeiten und einer Menge Schnickschnack, die den Planer schöner machen. Neben dem angenehmen Effekt, etwas organisierter in die neue Woche zu starten, hat diese Stunde voller Ruhe, voller Zeit für mich etwas unheimlich Dekadentes an sich", schreibt Jasmin Arensmeier gleich zu Beginn in ihrem Buch "Gestalte dein Journal mit der Bullet-Methode". Ihr Weg zum Journaling klingt wie eine "kitschige Liebesgeschichte". Und das ist es auch: Es ist eine Passion. Ihre Liebe zu dieser kreativen Organisationsmethode spürt man auf jeder Seite, in jeder Illustration und in jedem Wort.



Die Autorin erklärt in ihrem Buch nicht nur die Bullet-Methode, sie inspiriert zugleich für einen eigenen Lebensplaner. Ein "Journal" ist ein leeres Notizbuch, was der Besitzer nach eigenen Wünschen selbst gestaltet und befüllt. Ein "Bullet Journal" (BuJo) ist eine Unterform. Es strukturiert Notizen und den persönlichen Kalender. Vermutlich weil es so einfach, leicht verständlich und so vielseitig einsetzbar ist, ist das Bujo mittlerweile in aller Munde, oder wohl besser Tasche.

"Du kannst dir Zeit nehmen für Dinge, die dir wichtig sind"


Arensmeier vergleicht Bullet Journaling mit einer Inventur der Gedanken. Man sortiert nicht nur die eigenen Gedanken, sondern priorisiert sie. Ein Mensch hat ungefähr 60.000 Gedanken pro Tag ein Journal meist nur 250 Seiten. Bullet Journaling ist eine Art Philosophie, die dabei hilft Gedanken, Notizen und Aufgaben zu priorisieren.

Die Autorin erklärt, was man unter Rapid Logging versteht, hilft bei der Auswahl des Notizbuches. Denn Notizbuch ist nicht gleich Notizbuch. Ich hätte nie geglaubt, dass es wichtig sei, sich über Format, Größe, Papier sowie dessen Farbe oder Lineatur Gedanken zu machen. Genauso wichtig ist das Wissen über verschiedene Stifte. Doch damit nicht genug: Sie gibt Tipps für Schablonen, Sticker und Stempel. Sie erklärt, wie man seine eigene Handschrift finden kann, und zeigt Beispiele für Überschriften, Schmuckelemente sowie Deckbätter.

Mich hat bisher übrigens die detailverliebte Gestaltung von Journals davon abgehalten, damit anzufangen. ich weiß doch jetzt schon, dass mich das ewige Gemale, Gebastele und die Verziererei davon abhält ein Journal zu beginnen. Doch Arensmeier zeigt verschiedene Stilrichtungen. Und wer hätte gedacht, neben dem Kreativ-Journaling gibt es noch das minimalistische Original und das Mixed Media Journal im Scrapbooking-Style. Übrigens gibt's auf den letzten Seiten des Buches einen Test, mit dessen Hilfe man herausfinden kann, welcher Bullet Journal-Typ man selbst ist. Und tada, was hätte anderes herauskommen sollen: Ich bin eher der minimalistische Typ. Der schlichte Typ, der darauf bedacht ist, die eigene Produktivität zu steigern. Das stimmt exakt. Auch beim Nähen stehe ich eher weniger auf unnötigen Schnickschnack. Hauptsache ein ansprechendes Design, praktisch und übersichtlich.


Nachdem die Autorin die Grundlagen des Journaling erklärt, geht's ans Eingemachte. Sie gewährt dem Leser einen Blick ins Buch und zeigt die beliebtesten Inhalte für ein Journal. Neben Index, Kalender (Jahres-, Monats- sowie Wochenübersicht), Tagesplanung, Zeitstrahl und Platz für unsere Gedanken, erklärt sie, was ein Braindump ist oder was man unter der Eisenhower-Matrix versteht. Zudem gibt sie dem Leser verschiedene Tipps mit auf den Weg, wie man die einzelnen Elemente des Journals gestalten und strukturieren kann.

Zudem zeigt Jasmin Arensmeier Dinge, die man nicht in einem Journal vermutet. Oder wer geht denn davon aus, dass man darin Wetterprognosen, Schlafenszeit, Mondphasen, Dankbarkeitslisten, Challenges oder auch einen Wassertracker. Wer rechnet denn damit? Aber ihre Ideen und Vorschläge sind super. Sie liefert sogar eine Liste mit 99 verschiedenen Dingen, für die man einen Gewohnheitstracker nutzen kann.

So ein Journal mit aufgeschriebenen Gedanken, Notizen, Aufgaben und Termin ist ja schön und gut, doch was ist, wenn man eigentlich Probleme mit dem eigenen Zeitmanagement hat? Ich bin Profi, mich zu verzetteln und dann mit der unwichtigsten, weil am schnellsten zu erledigenden Aufgabe zu beginnen. Und auch dafür weiß die Autorin einen Rat und gibt Tipps, wie man die eigene Produktivität steigert.

Neben der ganzen Theorie gibt's aber auch noch den Kreativ-Teil im Buch. In DIY-Projekten erklärt sie, wie man sich einen Einband, Stiftehalter oder auch Stempel bastelt.



Ich habe mir jetzt schon mal ein leeres Notizbuch gekauft. Zunächst fange ich allerdings mit einem Näh-Bujo an. Dazu hat mich vor einiger Zeit bereits Fredi von Seemannsgarn inspiriert. Seit dem Buch von Jasmin Arensmeier bin ich hochmotiviert, mit meinem nächsten Nähprojekt in die Welt des Journaling einzutauchen. Vielleicht starte ich danach auch ein weiteres Bujo. Wer weiß! Ideen habe ich jetzt jedenfalls genug.


Fazit: Pflichtlektüre für alle, die ein Bullet Journal anlegen wollen. Inspiration pur!

Das Buch bekommt von mir fünf von fünf Bewertungsvögelchen.





Titel: "Gestalte dein Journal mit der Bullet-Methode"
Autor: Jasmin Arensmeier
Verlag: Südwest
Seiten: 192
Preis: 15,00 Euro
ISBN: 978-3517096841

Wie haltet ihr eure Notizen fest?










Das Buch wurde mir kostenlos durch den Verlag zur Verfügung gestellt. Die Rezension spiegelt jedoch meine persönliche Meinung wieder.