Montag, 14. November 2016

Öfter mal "Nein!" sagen [Rezension]

Puh, dieses Buch war eine  schwere Geburt. Ich habe es seit Ende September und war zunächst hochmotiviert. Ein Ratgeber, der mir die Wirkung der vier mutigen Buchstaben N-E-I-N zeigen will. Perfekt! Wer in einem Team arbeitet, kennt das: Man sagt zu sämtlichen Dingen "Ja", überlädt die eigene To-Do-Liste mit unzähligen Aufgaben, verzettelt sich am Ende und ist frustriert über die eigene Unfähigkeit. Leider wurde ich enttäuscht.


Kurz zum Inhalt von "Nein. Was vier mutige Buchstaben im Leben bewirken können" von Anja Förster und Peter Kreuz


"In einer Welt voller Teamplayer hat das Nein nichts verloren: unkooperative Mitarbeiter, Chefs als Blockierer, Bürger als Querulanten. Wer Nein sagt, gilt als schwierig. Doch dieses Buch sagt Ja zum Nein! Denn Nein ist nicht das böse Wort, das man nicht sagen darf - sondern eines der wichtigsten, besten, sinnvollsten Wörter überhaupt! Wer selbstbestimmt leben und eigenständige Entscheidungen für etwas treffen will, muss sehr oft Nein sagen - hinter jedem Ja stehen viele Neins. Und diese Entschiedenheit kann jeder lernen!" (Quelle: Klappentext)

Meine Meinung zum Buch


Förster und Kreuz beginnen damit zu erklären, warum sich der moderne Mensch trotz unzähliger Freiheiten unfrei fühlt, warum für die eigene Entfaltung scheinbar kaum Raum vorhanden ist und wer an der Misere die Schuld trägt. Die Quintessenz: Jeder ist seines Glückes Schmied. Jeder besitzt die Fähigkeit, die vier mutigen Buchstaben zu nutzen, um auszubrechen. Auszubrechen aus einer Gesellschaft der Funktionierenden. Doch das ist gar nicht leicht!

In zahlreichen Fallbeispielen zeigen die Autoren auf, wie man lernen kann, das Wort "Nein" zu benutzen, um Grenzen auf persönlicher, beruflicher und gesellschaftlicher Ebene zu setzen, um glücklicher zu werden. Dafür sollen drei Fragen helfen:

  • "Wozu bin ich bereit, Nein zu sagen? Was wir entscheiden nicht zu tun, ist mindestens so wichtig, wenn nicht sogar wichtiger, als das, was wir entscheiden zu tun."
  • "Welchen Preis bin ich bereit dafür zu zahlen?"
  • "Welche Dinge sind es wert, stattdessen getan zu werden?"

Die Autoren wollen zeigen, dass man öfter "Nein!" sagen kann und soll. Und das habe ich dann auch getan. Ich konnte das Buch leider nicht bis zum Schluss lesen. Vielleicht lag es daran, dass ich mich in einigen Beispielen selbst erkannt habe und wütend war, unfähig zu sein, selbst öfter "Nein" zu sagen. Vielleicht lag es aber auch daran, dass mich das Buch ermüdete. Es fesselte mich nicht. Klar, es ist ein Ratgeber und kein Roman, aber den Anspruch eines klassischen Ratgebers lehnen die Autoren von Beginn an ab.

Es gibt weder Übersichten, noch Checklisten. Von den beiden Autoren gibt es am Ende des Buches eine Erklärung, warum sie darauf verzichten: "Es ist einfach so, dass wir solchen allzu einfachen, direkten Lebensanleitungen gegenüber zutiefst kritisch sind." Mag sein: Doch mir hätten sie eine Zusammenfassung gegeben. Gerade an den Stellen, an denen das Buch sehr langatmig ist, hätte ich mir knackige Stichpunkte gewünscht, die die Fließtexte zusammenfassen. Gelegentlich werden sogar Sachverhalte wiederholt, was meiner Motivation nicht wirklich gedient hat. Förster und Kreuz wollen lediglich inspirieren. Das haben sie getan: Ich habe mir die Not-To-Do-Liste zu Herzen genommen und für mich persönlich eine angelegt, die ich sehr nützlich finde.

Alles in allem konnte mich das Buch leider nicht überzeugen, daher gibt's es von mir auch nur einen von fünf Bewertungsvögelchen.




Titel: "Nein. Was vier mutige Buchstaben im Leben bewirken könne"
Autor: Anja Förster, Peter Kreuz
Verlag: Pantheon
Seiten: 256
Preis: 14,99 Euro
ISBN: 978-3-570-55342-8

Was haltet ihr von Lebensratgebern?









Das Buch wurde mir kostenlos durch den Verlag zur Verfügung gestellt. Die Rezension spiegelt jedoch meine persönliche Meinung wieder.

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