Dienstag, 2. August 2016

Dolfi und Marilyn [Rezension]

"Dolfi und Marilyn" - Was für ein kurioser Titel. Klone von längst gestorbenen Persönlichkeiten wandeln plötzlich wieder auf der Erde. Was passiert, wenn Adolf Hitler, das personifizierte Böse,  plötzlich wieder lebt? Wird er erneut Tod und Zerstörung bringen? Und noch dazu mit einer originalgetreuen Marilyn Monroe an seiner Seite? Das ist der Stoff aus dem kurzweilige Geschichten gemacht sind, sollte man meinen. Doch schafft das auch der Autor François Saintonge?

"Dolfi und Marilyn" von François Saintonge

Kurz zum Inhalt von "Dolfi und Marilyn" von François Saintonge


"Paris im Jahr 2060. Der geschiedene, alleinerziehende Geschichtsprofessor Tycho Mercier gerät durch einen Tombolagewinn in den Besitz eines Klons. Doch er bekommt nicht irgendeinen Klon vom Supermarkt geliefert: Es ist A.H.6, der sechste existierende, eigentlich verbotene Klon von Adolf Hitler. Dieser ist allerdings ganz anders als der Lieferant seines genetischen Materials: Er ist sanftmütig, bescheiden, unterwürfig und für Tychos Sohn ein willkommener Spielkamerad bei Computerkriegsspielen. Zu diesem merkwürdigen Hausgast gesellt sich bald noch ein Klon von Marilyn Monroe, den Tycho Mercier von seinem Nachbarn erbt. Sie verkörpert den Schwarm seiner Jugendjahre, aber auch sie riecht nach Ärger, denn es handelt sich um eine Raubkopie aus Südostasien …

Ein herrlich überdrehtes Spiel mit den Auswüchsen unserer modernen Welt und den langen Schatten der Geschichte, das uns zu einem waghalsigen Gedankenspiel verführt und uns augenzwinkernd den Spiegel vorhält." (Quelle: Klappentext)

Meine Meinung zum Buch


Die Geschichte vom Geschichtsprofessor Tycho Mercier und dem illegalen Klon von Adolf Hitler fängt äußerst interessant an. Mercier will die verbotene Kopie um jeden Preis loswerden. Er geht dabei sogar soweit und bittet eine Affäre seiner Ex-Frau um Hilfe. Mit fatalen Folgen: Dieser zeigt ihm ein Liquidierungszentrum, in dem ausgediente oder verbotene Klone vernichtet werden. Für Mercier steht nach der Besichtigung jedenfalls fest: Dolfi, wie sein Sohn A.H.6 nennt, darf nicht sterben, immerhin ist er ein Lebewesen und hat nichts mit dem dunkelsten Kapitel der Menschheitsgeschichte außer dem Aussehen und dem Namen gemein.

So darf der Hitler-Klon im Hause Mercier bleiben und geht dort der Gartenarbeit nach. Leider erfährt man rein gar nichts davon, was in der Gedankenwelt der Klone vor sich geht. Der Leser blickt auf die Geschehnisse allein aus der Perspektive des Geschichtsprofessors. Dabei wäre es nur allzu interessant zu erfahren, was die Klone über ihren Stand in der Gesellschaft und ihre "Verwendung" denken. Das bleibt der Autor seinen Lesern jedoch schuldig. Zu gern hätte ich jedoch gewusst, was denkt Dolfi über sein Leben? Was weiß er über sich, sein Original? Was wünscht er sich?

Mercier war als Hauptcharakter war jedoch eher langweilig. Ich konnte während des Lesens keine Bindung aufbauen. Vielmehr haben mich Dolfi und Marilyn interessiert. Über die beiden erfährt man jedoch nur über Mercier etwas. Und das kratzt lediglich an der Oberfläche.

Fazit: Interessanter Stoff, an der Umsetzung hapert es. Das Ende ist zu abrupt. Musste mich wochenlang durch das Buch schleppen und als es plötzlich spannend wird, rast der Autor durch das Geschehen und "Zack!" ist das Buch zu Ende. Schade, habe mir mehr erhofft.

Für das Buch gibt es von mir zwei von fünf Bewertungsvögelchen.






Titel: "Dolfi und Marilyn"
Autor: François Saintonge
Seiten: 288
Verlag: carl's books
Preis: 14,99 Euro

ISBN: 978-3-570-58537-5









Das Buch wurde mir kostenlos durch den Verlag zur Verfügung gestellt. Die Rezension spiegelt jedoch meine persönliche Meinung wieder.

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