Montag, 18. Juli 2016

Shibori - Stoff traditionell färben [Rezension]

Mit ungefähr 14 Jahren fing es an. Ich rebellierte, begann meine Kleidungsstücke zu individualisieren. In den gängigen Modegeschäften für Teenys gab es damals (Oh Gott, ist das lange her!) gebleichte und gefärbte Hosen mit sämtlichen Mustern und Farben. Doch als aufbegehrender Teenager gibt man dafür kein Geld aus. Man kauft sich Farbe im Drogeriemarkt und klaut eine ordentliche Portion Chlorreiniger aus dem Putzmittelschrank und schon beginnt die Sauerei. Doch nach ein paar T-Shirts und Bettdecken war meine Lust am Batiken, Bleichen und Färben bereits wieder abgeebbt. Nun will ich das Farbenspektakel wieder aufleben lassen. Dank "Blogg dein Buch" und dem Verlag Freies Geistesleben hatte ich die Möglichkeit in die Technik Shibori reinzuschnuppern.


Kurz zum Inhalt von "Shibori - Traditionelles Färben neu interpretiert" von Christiane Hübner


"In diesem Buch trifft Tradition und Handwerk auf Design und Fantasie. Das japanische Verb shiboru bedeutet pressen, drehen, quetschen. Und was durch diese Behandlung des Stoffes im Zusammenspiel mit Farbe – bevorzugt mit Indigo – entsteht, ist eine faszinierende Welt aus Mustern
und Formen. Dass sich aus den gefärbten Stoffen auch noch schöne Produkte herstellen lassen, dafür sorgt die Designerin Christiane Hübner, die neben den ausführlich erklärten Techniken in Wort und Bild zahlreiche Ideen liefert" (Quelle: Klappentext)


Meine Meinung zum Buch


Mit Shibori kann man gezielt Muster auf Stoff bringen. Die Färbetechnik hat ihren Ursprung in Japan. Dort dauert die Ausbildung zum Meister knapp zehn Jahre. Doch keine Sorge: Das Buch will keinen Färbemeister aus seinen Lesern machen, sondern begeistern, Neugier und den Spaß an einer traditionellen Technik wecken. Unter Shibori versteht man eine Reservefärbung. Das heißt, durch Falten, Abbinden und Nähen wird verhindert, dass die Farbe in bestimmte Bereiche des Stoffes nicht eindringen kann. Dadurch entstehen verschiedenste Muster.


Dafür klärt die Autorin Christiane Hübner zunächst über die benötigten Werkzeuge, Stoffe und die Grundlagen des Färbens auf. Leicht verständlich beschreibt sie, welche Sicherheitsmaßnahmen beim Färben beachtet werden müssen und wie man die verschiedenen Farbpulver in der Praxis einsetzt.


Nach der kurzen Einführung geht es direkt ans Abbinden, Knoten, Falten und Nähen. Hübner stellt vier Shibori-Techniken vor: Abbindereservierung, Nähreservierung, Klemmreservierung und die Falt- & Abbindereservierung. Die einzelnen Methoden sind liebevoll und sehr anschaulich erklärt. So gibt es für jede Technik ein großes Foto mit dem jeweiligen Färbeergebnis sowie eine textliche und visuelle Schritt-für-Schritt-Anleitung. teilweise werden diese um Detailzeichnungen ergänzt, sodass beim Vorbereiten des Stoffes absolut nichts schief gehen kann.


Was mir sehr gut gefällt, sind die einzelnen Projekte zu jeder Shibori-Technik. So finden nähaffine DIYler zu jeder Färbetechnik eine Nähidee für einen Lunchbag, eine Buchhülle, Utensilo oder Kosmetiktäschchen, damit der gefärbten Stoff auch wirksam in Szene gesetzt werden kann.

Mein Testprojekt - marumeru shibori 


Für mein Testprojekt habe ich mich für eine einfache Techniken ohne viele Hilfsmittel entschieden: Dem marumeru shibori. Bei dieser Technik wird der Stoff willkürlich zusammengeknüllt und mit einem Baumwollgarn fest verschnürt und dann ins Farbbad gelegt. Ich habe für mein Testprojekt schwarze Stofffarbe für Schüsselfärbung aus dem Drogeriemarkt verwendet. Ging wunderbar, auch wenn ich den Stoff wohl lieber etwas mehr knüllen hätte müssen.

Et voilà, mein Ergebnis:





Fazit: Shibori ist eine sehr vielfältige Färbetechnik, die verschiedenste Kreativitätstechniken vereint und wunderschön einmalige Muster entstehen lässt. Ich bin begeistert. Auch wenn einige Techniken sehr aufwendig sind, macht das Buch definitiv Lust auf mehr.

Für das Buch gibt es von mir fünf von fünf Bewertungsvögelchen.





Titel: "Shibori - Traditionelles Färben neu interpretiert"
Autor: Christiane Hübner
Seiten: 144
Verlag: Freies Geistesleben
Preis: 19,90 Euro











Das Buch wurde mir kostenlos durch den Verlag und "Blogg dein Buch" zur Verfügung gestellt. Die Rezension spiegelt jedoch meine persönliche Meinung wieder.

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