Samstag, 11. April 2015

Fastenzeit vorbei - Ziel erreicht?

Die Fastenzeit ist nun seit ein paar Tagen vorbei. Ich muss ehrlich gestehen: Es ist mir wahnsinnig schwer gefallen. Gerade wenn die ganze Familie sonntags gemeinsam am Tisch saß und dem traditionellen Kaffee & Kuchen gefrönt hat. Am ersten Sonntag gab es für mich ein Paprika-Creme-Süppchen mit Pfefferminztee statt Sahnetorte und Heißer Schokolade.

Quelle: Creative Commons / Pixabay

Am Sonntag darauf hat mich mein Freund überzeugt, dass es doch keine Schande sei, eine Kugel Eis zu essen. Was sollte mir auch passieren? Getauft bin ich nicht und somit kann ich auch nicht in die Hölle kommen. So zumindest der atheistische Gedanke. Doch was ist mit meinem Gewissen? Ich setzte mich dennoch über die mir selbst auferlegten Regeln hinweg und naschte eine Kugel Eis. Es war auch wirklich nur eine. Irgendwann hatte ich auch einfach keine Lust mehr, mir sonntags meine Familie beim Kuchen oder Eis essen anzusehen. Den "sozialen Tod" wollte ich am Sonntag einfach nicht erleben. Man wird in unsrer Gesellschaft schließlich nur allzu schnell ausgegrenzt, wenn man aus der Reihe tanzt. Also entschied ich mich dafür, jeden Sonntag eine Ausnahme zu machen. Rücksicht hat sowieso niemand genommen. Überall gab es süße Verführungen und ich bin ihnen erlegen. So gab es dann ein Stück Kuchen oder eine Kugel Eis. Aber eben nur sonntags.

Ich bin nicht stolz drauf, dass ich es nicht geschafft habe, die vollen sechs Wochen ohne Süßigkeiten durchzustehen. Nach meinem ersten Stück Kuchen war mir sogar schlecht. Strafe meines Körpers: Zuckerschock. Eindeutig. Doch was mich wirklich überrascht hat: Während des Arbeitens, besonders beim Spätdienst, hatte ich zu keiner Zeit das Gefühl, dass mir ein Stückchen Schokolade aus einem Konzentrationstief helfen könne. Ich habe keine Süßigkeiten gebraucht. Ich hatte kein Verlangen. Nur bei besonderen Anlässen wie Geburtstagen oder wenn es die soziale Erwünschtheit erfordert, Kuchen zu essen, fiel es mir wirklich schwer, sodass ich das Fasten brechen musste. Nächstes Jahr will ich die Fastenzeit dennoch erneut angehen. Dann aber konsequenter. Versprochen!

Hat jemand von euch gefastet? Wie habt ihr die enthaltsamen Tage erlebt?


Kommentare:

  1. Das hast du aber süß geschrieben :)
    Ich hätte wohl möglich auch nicht immer durchgehalten, hihi

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  2. Das gleiche habe ich letztes Jahr auch gemacht und war überrascht wie leicht es mir gefallen ist! Wie du gesagt hast: man hat nicht das Gefühl die Schokolade zu brauchen. Allerdings habe ich nur auf Schokolade verzichtet, nicht auf Zucker, d.h. ich konnte bei Familienfesten auf Obstkuchen (mit Mürbeteig) zurückgreifen, was den sozialen Ausschluss verhindert hat.
    Deinen Mittelweg mit der Ausnahme am Sonntag finde ich übrigens eine klasse Idee! Immerhin soll die Fastenzeit kein Horror-Trip werden, sondern nur bewirken, dass du dich durch Verzicht auf das Wesentliche besinnst. Und das Wesentliche ist auch die Familie!

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    1. Das mit dem Mürbeteig ist eine tolle Idee. Vielleicht setze ich mir nächstes Jahr nicht allzu strenge Regeln. LG Anika

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  3. Hier das gleiche Dilemma .... uaaah ;0)
    Ich faste jedes Jahr Süßes und Kuchen, weil ich wirklich ein Schleckermäulchen bin. Du hast recht, der Verzicht auf Arbeit ging leicht von der Hand, aber nachmittags zu Hause oder am Wochenende .... hmmm Kuchen. Immerhin hab ich den Genuss sehr reduziert, aber das Gewissen vermeldet: Ziel dieses Jahr verfehlt ... Mist! ... aber selbst schuld!
    Ich versuche nun diese Reduzierung des Kuchen-Schlemmergenusses die nächsten Monate fortzuführen ... Mal schauen ob's funzt ;0)

    Liebgruß und bis bald ... Doreen

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    1. Freut mich, dass es nicht nur mir so erging. Auf Kuchen kann ich irgendwie nicht verzichten. Aber dafür versuche ich nun meinen Fleischkonsum auf das Wochenende auszulagern und wochentags nur vegetarische Kost zu essen. LG und bis bald ;)

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  4. Ja ich habe es versucht! Ganze 23 Tage. Ohne Süßigkeiten, Eis, Kuchen etc. Die ersten drei Tage waren die schlimmsten. Ich nasche sonst jeden Tag - viel!!! Nervenberuhigung... Nach drei Tagen ging es aber und ich wollte auch bis Ostern durchhalten - ehrlich!!! Aber dann haben mich meine Kinder so zur Weißglut gebracht, dass tiefes Durchatmen, Kaffee und alle anderen Taktiken nicht mehr von Erfolg gekrönt waren - es musste einfach Schokolade sein! Anfangs zögerlich, doch dann war die Tafel innerhalb von zehn Minuten doch verzehrt... Schlechtes Gewissen: JA, aber es ging nicht anders... und in der Not muss man halt Prioritäten setzen - Fastenzeit gibt es im nächsten Jahr auch noch mal :-)
    Liebe Grüße, Yvonne

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    1. Du musst kein schlechtes Gewissen haben. Schließlich bist du ja nicht allein mit dem Fastenbrechen. Dafür können wir uns gegenseitig motivieren, es im nächsten Jahr besser zu machen. LG Anika

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