Sonntag, 6. Juli 2014

Die Macht der weisen Schlange [Rezension]

Neuer Lesestoff für alle Fantasy-Liebhaber! Ich habe den Roman "Die Macht der weisen Schlange" von Petra Wagner gelesen, welches ich über "Blogg dein Buch" und dem Frieling-Verlag Berlin zur Verfügung gestellt bekommen habe. Vielen Dank noch einmal dafür. Erschienen ist das Buch bereits 2012.

Petra Wagner
Mein Rezensionexemplar: "Die Macht der weisen Schlange" von Petra Wagner


Kurz zum Inhalt von "Die Macht der weisen Schlange" (Klappentext)


Loranthus stampft durch den Wald und flucht lauthals über sechs Kelten. Überfallen! Ihn, einen Bürger Roms! Mit seinem Sklaven wäre das nicht passiert. Der war auch Kelte, furchterregend und stark. Aber nein! Er starb wegen einer Sklavin. Die war nun alles, was Loranthus noch hatte. Diese Räuber! Wilde! Barbaren! Dabei rennt er fast in eine vermummte Gestalt. Panik überfällt ihn und Angst. Doch als die Keltin ihre Kapuze lüpft und ihn anspricht, weiß er: Ich bin gerettet. Viviane nimmt ihn und seine Sklavin mit in ihr Dorf, wo sie herzliche Aufnahme finden. In ihrem Clan ist die junge Ärztin hoch geachtet und geschätzt, doch bald wird Loranthus klar: Sein Instinkt hatte recht. Viviane ist gefährlich – für ihre Feinde. Und dann muss sie in der Salzschlacht beweisen, wozu sie fähig ist.

Meine Meinung zum Buch

"Die Macht der weisen Schlange" von der Thüringerin Petra Wagner verspricht einen Fantasy-Roman, der am Fuße des Öchsen im Hercynischen Wald im Jahre 58 n. Chr. spielt. Die Autorin bringt dem Leser die Welt, die Sitten, Brüche und Ritten der Kelten näher. Leider wirkt es allzu oft eingefügt und fehl am Platz. Auch hätte ich mir gewünscht, dass die Feiertage wie "Beltaine" und "Lungnasad" genauer erklärt werden. Zwar wurde mein Neugier geweckt, es selbst im Internet nachzuschlagen, aber der Grund der Feierlichkeiten hätte bestimmt auch Hanibu und Loranthus interessiert.

Sobald Viviane mit ihren Begleitern Loranthus und dessen Sklavin Hanibu in ihr Heimatdorf zu ihrer Familie gelangt, wird es ein wenig schwierig alle Personen anfänglich auseinander zu halten. Aber das bessert sich mit der Zeit, da die Autorin alle sehr liebevoll und  detailliert beschreibt. Was mir ein wenig missfällt, ist Vivianes Beschreibung: Sie wirkt wie eine Art keltische Superheldin. Sie hat extrem scharfe Sinne, ist eine Meisterin auf ihrem Gebiet der Heilkunde, kann sehr gut kämpfen und als ob diese Talente nicht schon reichen würden, ist sie zudem nicht nur klug sondern auch noch wunderschön. Aber dafür ist es eben ein Fantasy-Roman. 

Der Schreibstil erinnert mich stark an eine Und-Dann-Geschichte. Es wird recht wenig Spannung aufgebaut. Erst die Beziehung der Hauptdarstellerin zu einem der Dorfbewohner und die heraufziehende Salzschlacht bringen ein wenig Fahrt in die Story.

Nun wie gewohnt, abschließend noch Lob und Kritik. Sehr gut fand ich die Ansiedlung der Geschichte in meinem Heimat-Bundesland Thüringen. Gern hätte ich mir im Buch eine Karte gewünscht, um das Geschehen auch geografisch verfolgen zu können. Ich hab die Hauptfiguren sehr schnell sehr lieb gewonnen. Leider hat mich nicht der Schreibstil zum Weiterlesen ermuntert, sondern meine angeborene Neugier auf das, was als nächstes passiert. Durch ein paar Ungereimtheiten fiel es mir außerdem schwer, das Buch zu lesen. Ich fand es sehr eigenartig, dass eine junge Frau allein nach Britannien zieht, um dort Ärztin/Druidin zu werden und dann auch Operationen in ihrer Heimat durchführt. Auch war es sehr eigenartig, dass die Kelten römische Namen trugen. Das wurde an keiner Stelle plausibel erklärt. Es wurde als gegeben hingenommen.
Bei dem Buch handelt es sich auch eher weniger um Fantasy. Oder beschreibt das Genre nun fiktive Bücher, die sonst in keine Schublade passen? In einem Artikel der Zeitung "In Südthürngen" berichtet Petra Wagner, davon, dass ihre Schublade auch Vorteile habe. Falls jemand ihre Kelten-Darstellung anzweifle, könne sie immer die Hände heben und sagen "Das ist Fantasy". Fantasy ist es meiner Meinung nach auch nicht. Dafür fehlt mir das Magische, das Mysteriöse und das Fantastische. Das Ende des Buches fand ich eher ernüchternd. Mit den Worten "Fortsetzung folgt." beendet Petra Wagner den ersten Roman einer Reihe. Schade, ich habe gedacht, dass es ein einzelnes Buch sei und nun bleiben so viele offene Fragen.

Kaufen kann man das eBook unter anderem auf der Website des Verlages und die einschlägigen Versandhäuser.

Lest ihr auch gern Fantasy-Romane? Welche gefallen euch besonders?











 - Das Buch wurde kostenfrei vom Frieling-Verlag Berlin und "Blogg dein Buch" zur Verfügung gestellt. Dafür noch einmal vielen Dank. -

Kommentare:

  1. Hallo Anika,
    ich möchte mich erst einmal entschuldigen, dass ich mich so spät für ihre Rezension bedanke, die Zeit war mir - wie immer - knapp.
    Auch ich hätte meine Geschichte gerne in einem Buch untergebracht, aber es wäre zu lang geworden.
    Schade, dass ihnen die Wissensvermittlung nicht zugesagt hat. Ich dachte, Beltaine ergibt sich von selbst, wenn die Frühjahrestagundnachtgleiche vorbei ist, Aprilwetter herrscht und in der Nacht Geister erscheinen. Hanibu und Loranthus konnten nicht fragen. Sie kannten Fruchtbarkeitsfeste. Bei den Griechen war zur gleichen Zeit das Fest der Artemis und auch in Hanibus Heimat wurde nach dem Einbringen der Saat gefeiert.
    Viviane habe ich mit Absicht als keltische Superheldin erscheinen lassen. Als Kriegerin musste sie körperlich in Bestform sein und geschärfte Sinne haben. Wie die Menschen damals lebten, ist dies durchaus realistisch - vorausgesetzt man war gesund. Als Druidin musste sie höchsten Ansprüchen an Wissen und Moral genügen. Ihre Heilkunst war vor 2000 Jahren Standard und ihr Geruchssinn wegen der Schwangerschaft so extrem.
    Frauen zu überwältigen war bei Kelten unehrenhaft. Deshalb konnte Viviane alleine reisen, bekam überall Obdach und es gab sogar Wegweiser mit genauen Angaben zu Strecke und Zeitaufwand.
    Ich vermute, mit 'römische Namen' meinen sie Flora, Lavinia und Silvanus.
    Silvanus, als Findelkind, erkläre ich im zweiten Buch; Flora, Lavinia waren bereits gebräuchlich, als die Römer noch gar nicht existierten.
    Flora wird bei den Oskern erwähnt (Süditalien), die mit den Griechen in guter Nachbarschaft lebten (südlichster Teil von Italien). Lavinia war eine Königstochter der Umbrer, aus deren Verbindung mit Aeneas (Troja) sehr viel später die Römer hervorgingen. Ihr Urgroßvater war Odysseus, den seine Irrfahrten auch zu uns führten. Die Hermunduren verehrten sogar Herkules als Gott, der auch nur auf den ersten Blick griechisch ist.
    Im Buch erkläre ich die Namen indirekt über die Herkunft von Großmutter Mara sowie Hirschclan. Hier weise ich auf die Wanderungen der Menschen damals hin.
    Im nächsten Buch wird es eine Landkarte geben, weil viel gereist wird. Danke für den Hinweis! Dann wird auch Lugnasad gefeiert und bestens erklärt.
    Mit der Bezeichnung 'und dann' meinen sie sicherlich manche Satzanfänge. Ich habe mir gedacht, die Schreibweise der damaligen Zeit einzubauen, denn Bindewörter wie 'und' hielten das Versmaß im Takt. So ging der Text beim Vortrag besser ins Ohr.
    Mein Buch ist als historischer Roman für Leser ab jugendlichen Alter gedacht, mein Verlag wählte allerdings Fantasy. Auch ich hatte meine Zweifel und deshalb nachgelesen - es passt auch in dieses Genre. Deshalb habe ich den Klappentext so gestaltet, dass der Betrachter Übersinnliches ausschließen kann. (Ich persönlich bin über die Wahl mittlerweile ganz froh - besonders im Hinblick auf mein zweites Buch.)
    Selbst lese ich Magisches sehr gerne, habe es bei mir aber nicht eingebaut, weil ich realistisch bleiben wollte.
    Daher freut es mich sehr, wenn ihnen meine Figuren dennoch gefallen haben und wir vielleicht in Kontakt bleiben, wenn sie wollen.

    Meine besten Wünsche und viele gute Bücher zum lesen.
    Petra Wagner







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    1. Vielen lieben Dank für Ihren Kommentar. Darüber freue ich mich sehr :) Gibt es denn schon ein ungefähres Datum, wann das zweite Buch erscheinen wird? Ich nämlich schon sehr neugierig, wie es weitergeht.

      Liebe Grüße nach Thüringen

      Anika

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