Donnerstag, 15. November 2012

Im Rausch der Knöpfe

Zur Absolvierung meines Studiums muss jede Studentin und jeder Student ein Medienprojekt durchführen. Dies kann sehr viel sein. Angefangen vom Imagefilm für eine Band über eine Broschüre für eine gemeinnützige Organisation bis hin zu einem Kommunikationskonzept für einen Verein. Letzteres habe ich gemeinsam mit einer Freundin aus der Uni erstellt. Diese Woche hatten wir das Abschlusstreffen mit dem Auftraggeber. Während dieses Treffens sind wir auf das Thema "Knöpfe" gekommen und er meinte, dass er aus eine "Knopffabrikanten-Dynastie" kommt und uns gern ein paar seltene Knöpfe schenken könnte, wenn wir Interesse haben. Für uns beide ist Nähen eine Leidenschaft und so war es nicht verwunderlich, dass wir beide sehr großes Interesse an ein paar Knöpfen bekundeten. Knöpfe kann man schließlich nie genug haben.

Knopfwahnsinn: Alte DDR-Metall-Knöpfe

Nach einem heißen Tee - in Thüringen ist es momentan sehr kalt - fuhren wir gemeinsam mit unserem Auftraggeber zu einem wunderschönen aber leider baufälligem Grundstück. Ein kleines Fachwerkhaus mit Backsteinen war das Ziel und der Lagerraum für die Knöpfe. Zunächst haben wir eine exklusive Führung durch das Gebäude mit all seinen Kuriositäten bekommen. Dort hingen sehr viele Geweihe vom einheimischen Rotwild und einige ausgestopfte Tiere. Anschließend ging es in zwei "Rumpelkammern" (O-Ton des Besitzers). Er öffnete eine Schranktür und holte einige Pappschachteln heraus und öffnete sie. Danach gab er jeder von uns beiden einen Knopf zur Begutachtung. Wir waren völlig überwältigt vom Glanz und vom Muster des Knopfes. Er fragte uns , ob uns dieser Knopf gefällt. Wir nickten schüchtern und er gab jeder von uns eine Hand voll Knöpfe. Er hat zu dem Zeitpunkt gemeint, dass wir aus dem Unternehmen Tüten hätten mitnehmen sollen, aber dafür war es zu spät und wir wussten sowieso nicht, warum wir für ein paar Knöpfe eine Tüte brauchen sollten. So haben wir die erste Fuhre Knöpfe in unsere Taschen verfrachtet. Dann folgte die zweite Sorte Knöpfe, dann die Dritte, die Vierte, die Fünfte ... und dann wechselten wir den Raum. Im Nebenzimmer ging es weiter. Ich wusste allmählich nicht mehr wohin mit den ganzen Knöpfen, aber alle waren so wunderschön, dass ich nicht einfach sagen konnte es reicht. Nach ca. 45min waren wir mit dem Einlagern der Knöpfe in unseren Taschen fertig. Unsere Augen leuchteten die ganze Zeit wie die von kleinen Kindern zu Weihnachten. Nachdem wir das Gebäude wieder verlassen hatten und uns auf den Weg Richtung Auto machten, meinte unser Auftraggeber: "Wenn ihr noch mehr Knöpfe haben wollt, dann sagt einfach Bescheid oder kommt einfach vorbei. Das waren nämlich nur 20% von dem, was noch da ist." Wir verabschiedeten uns und bedankten uns für die gute Zusammenarbeit und die "paar Knöpfe".

Nun noch ein bisschen Geschichtliches über die Knopffabrik. Wie die Knopffabrik genau heißt oder wo sie angesiedelt war, konnten wir leider nicht in Erfahrung bringen. Auf jeden Fall war sie auf Metallknöpfe spezialisiert. Die Knopffabrik wurde 1972 wie fast alle Betriebe in der DDR verstaatlicht. Knöpfe wurden dort aber noch bis 1989 hergestellt. Das heißt, die Knöpfe die wir erhalten haben, sind mindestens 22 Jahre alt. Dafür haben sie sich meiner Meinung nach ganz gut gehalten.

Zuhause angekommen musste ich erst einmal die Knöpfe wiegen. Ich wollte genau wissen, wie viel ich in meiner Tasche transportiert hatte. Als die Waage 1,865kg anzeigte, dachte ich mir: "Okay, so schwer hat es sich gar nicht angefühlt." Was ich mit den ganzen Knöpfen anstelle weiß ich noch nicht. Vielleicht habt ihr ja ein paar Ideen. Bilder der Knöpfe will ich euch natürlich auch nicht vorenthalten.


Wie gefallen euch die Knöpfe?


Kommentare:

  1. Vielen Dank für den interessanten Bericht.
    Ich gebe zu, etwas neidisch bin ich schon :-)
    Viel Spass mit den tollen Knöpfen!

    Viele Grüße
    Sabine

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  2. Ein schöner Bericht, da wäre ich gerne dabei gewesen.
    Liebe Grüsse von Heike T.

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